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1842
An seinem 21. Geburtstag brennen in Stephansried 13 der 14 bestehenden
Häuser nieder, auch sein Vaterhaus und damit alle seine Ersparnisse. Er
hilft beim Wiederaufbau. Im Spätsommer kommt er zu Kaplan Merkle nach
Grönebach, der ihn auf das Studium vorbereitet. Den Lebensunterhalt verdient
er als Knecht beim Ortsvorsteher Schmid.
1844
Mit 23 Jahren beginnt Kneipp das Gymnasium in Dillingen.
1845
Er erkrankt an Lungentuberkulose, an der er während der ganzen Gymnasialzeit
leidet.
1848
ABITUR. Als 28-jähriger beginnt er in schlechter körperlicher Verfassung
sein Theologiestudium in München.
1849 - 1851
Er ist todkrank. Die Ärzte geben ihn auf. In der Hofbibliothek findet
er das Büchlein von J.S. Hahn "Von der Kraft und Wirkung des frischen
Wassers". Mit letzter Hoffnung nimmt er dreimal wöchentlich im winterlich
kalten Fluss kurze Tauchbäder. "Müde ging ich hinaus, neu aufgefrischt
und gestärkt ging ich heim und gewann die Überzeugung, wenn es für mich
ein Heilmittel gibt, so wird es das Wasser sein", sagte Sebastian
Kneipp. Langsam besserte sich seine Gesundheit.
1852
PRIESTERWEIHE im Dom zu Augsburg und PRIMIZ in der Barockkirche in Ottobeuren,
in der er getauft wurde. Seine erste Berufung bringt ihn als Kaplan nach
Biberach.
1853
Kaplan und Pfarrvikar im Bauerndorf Boos bei Memmingen.
1854
Erste deutsche Industrieausstellung in München bringt die Choleraepidemie.
2000 Menschen sterben, auch sein Vater. Er behandelt erfolgreich die 42
Choleraerkrankten in Boos und erregt Aufsehen, erhält den Beinamen "Cholera-Kaplan".
Erhalten ist eine erste handschriftliche Kurvorschrift.
1854
Dritter Stadtkaplan in der Kirche St. Georg in Augsburg.
1855
Versetzt in das Dominikanerinnenkloster Wörishofen als Beichtvater. Leitet
die Landwirtschaft, schreibt dazu Fachbücher und das Bienenbüchlein, richtet
im Kloster eine Kräuterapotheke ein und gründet im Nachbardorf eine Mädchenschule
für Haus- und Landwirtschaft. Der Ruf vom "Cholera-Kaplan" folgt
ihm nach Wörishofen, viele Kranke suchen seinen Rat. Erfolge machen ihn
weit über die Landesgrenze bekannt. Immer mehr Hilfesuchende kommen, auch
berühmte Persönlichkeiten. Grosszügige Spenden fliessen in heute noch
bestehende Stiftungen. Seine Erfolge schüren Neid. Überzeugte Ärzte widerlegen
wissenschaftlich die Anzeigen gegen seine Heillehre.
1881
Kneipp wird Pfarrer in Wörishofen.
1884
Zusammenarbeit mit den Ärzten Dr. Bernhuber und Dr. Kleinschrod.
1886 - 1889
Er schreibt auf Drängen der Ärzte und Patienten die Bücher "Meine
Wasserkur" und "So sollt ihr leben", die in viele Sprachen
übersetzt, Bucherfolge des Jahrhunderts werden.
1890
Gründung des Kneippvereins Wörishofen.
1891
Erste "Kneipp-Blätter" erscheinen.
1892
Verfasst "Ratgeber zur Kinderpflege". Beginn seiner Vortragsreisen
durch ganz Europa. Sein Bittgesuch an den Prinzregenten Luitpold von Bayern,
die Hydrotherapie an den Universitäten einzuführen, bleibt ohne Antwort.
Zusammenarbeit mit Dr. Baumgarten und Prior Reile.
1893
Eröffnung des Kinderasyls, heute Kneipp-Kinderheilstätte. Mit dem Titel
"Monsignore" ernennt Papst Leo Xll. Kneipp zum Päpstlichen Geheimkämmerer.
1894
Gründung Kneipp-Ärztebund, Kneipp ist Ehrenpräsident. Weltweit bestehen
über 100 Kneipp-Kurhäuser. Kneipp behandelt in vier Privataudienzen Papst
Leo Xll.
1895
Richtfest Kneippianum, Bauvollendung durch die Franziskanerinnen.
1896
Letzte Vortragsreise nach St. Gallen.
1897
Gründung Internationaler Kneippbund (75 Vereine und 10'000 Mitglieder).
Wörishofen wird zum Kneippkurort mit ärztlich geleiteten Sanatorien.
1897
17. Juni, Todestag von Pfarrer Sebastian Kneipp. Er wird unter riesiger
Anteilnahme der Bevölkerung in Wörishofen beerdigt. Beileidsbezeugungen
aus aller Welt.
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